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Aufpassen Sie mit Ihren Schtrit

Von lustigen und bösen Schildern

In einem Bochumer Restaurant bittet das witzige Fundstück „Aufpassen Sie mit Ihren Schtrit“ die Besucher um Vorsicht auf der Treppe. Formuliert jemand so einen Hinweis, kommt dabei fast immer etwas heraus wie „Seitens des Betreibers der Personen ins höhere Geschoss befördernden festen Treppenanlage wird darauf hingewiesen, dass die Benutzung auf eigene Gefahr erfolgt. Für die Folgen jeglicher Schäden an Personen und deren rechtmäßigem Eigentum werden seitens des Inhabers der zur Restaurationszwecken dienenden gewerblichen Einheit keinerlei Verantwortung und Haftung übernommen. Eltern haften für ihre Kinder. Der Aufenthalt auf der Treppenanlage dient ausschließlich der zügigen Personenbeförderung in das nachfolgende Stockwerk. Jeglicher unbefugte Aufenthalt ist strengstens untersagt.”

Wem das noch nicht genügt, kann noch mit Fehlern arbeiten

Nichts finde ich so lustig wie solche Aufpassen-Sie-mit-Ihren-Schtrit-Geschichten. Wenn ich mich erheitern will, besuche ich Bastian Sicks Zwiebelfischchen.
Das Lachen vergeht mir, wenn ich schroffe und bürokratische Hinweise sehe. Nicht nur Behörden, auch Unternehmen lassen bisweilen Mails und Briefe los, die klingen wie „Der Delinquent hat sich pünktlichst zu seiner Enthauptung einzufinden.“

Ein Spaziergang, zwei Begegnungen kommunikativer Unart

„Auf dem Parkplatz ist untersagt: campieren i. V. m. ruhestörendem Lärm und wegwerfen von Abfall & Verpackung sowie anderer Verunreinigung. Zuwiderhandlungen werden angezeigt.“ Und dahinter liegt ein Laden, der auf Kunden wartet.
Ich verstehe, dass niemand Lust auf Lärm und Müll hat. Ich finde, zur Öffentlichkeitsarbeit gehört auch, potenzielle Kunden nicht in dieser Form abzuschrecken.
Dann stach mir noch ein Friedhofsschild ins Auge. Dort bittet man „aus gegebenem Anlass“, nur bestimmten Grabschmuck aufzustellen und „außer der vorgebenen einen Blumenschale bis zu soundsoviel cm Durchmesser alles Weitere umgehend zu entsorgen.“ Der geneigte Trauernde möge bitte „in Augenschein nehmen“, wie es bei seinen lieben Verstorbenen so aussieht. „Die Regelung tritt am soundsovielten in Kraft.“
Tritt! Getreten fühlte ich mich auch. Ich weiß, ich weiß, soll ja alles schön aussehen, und überhaupt, wenn da jeder … schließlich stirbt das Auge mit!
Dann, bitte, soll auch das Schild die Gäste freundlich und unbürokratisch empfangen. Das sind ja schließlich zukünftige Kunden. Wäre ich auf diesem Friedhof Dauergast, käme ich vermutlich zur Geisterstunde mit Schreibzeug aus dem Grab und würde Knochenhand an die Beschilderung legen. Wird Zeit, dass ich mich da schon einmal nach etwas Artgerechtem umsehe!